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Aston Martin und Pret-a-Diner als Pop-ups in historischen Frankfurter Gemäuern

Ein ehemals von der Deutschen Bank genutztes Gebäude wird zum „House of Beautiful“ umfunktioniert, in dem für kurze Zeit gehobene Küche und britische Sportwagen-Extravaganz ihr Publikum verwöhnen. Während im ersten Stock der Gourmet-Tempel Pret-a-Diner von KP Kofler mit exquisiten Wohlgeschmäcken lockt, präsentieren sich im Parterre atemberaubende PS-Schönheiten von Aston Martin.

Klingt spannend? Fanden wir auch und haben uns sofort für die Umsetzung des „automobilen“ Konzepts beworben. Eine echte Herausforderung war wie so oft der Faktor Zeit – diesmal noch vor dem eigentlichen Beginn der Aufbauphase: Ganze 15 Werktage blieben satis&fy, um anhand von Plänen und Renderings der britischen Designschmiede GLS Design Ltd. ein Angebot für die messebautechnische Realisierung abzugeben und die einzelnen Positionen mit GLS und Aston Martin als Auftraggeber abzustimmen. Vorgesehen war die CI-konforme Ausgestaltung von Foyer und denkmalgeschütztem Saal im Parterre des Hauses Junghofstraße 11 in Frankfurt, damit Aston Martin hier einem kulinarisch wie automobil interessierten Publikum parallel zur IAA seine neusten Modelle sowie exotische Sonderfahrzeuge vor Augen führen konnte. Präsentiert wurden unter anderem der Valkyrie Hypercar, der Vanquish Zagato Volante und ein FIA World Endurance Championship Car, dazu ein bis dato noch geheimes Clay-Modell.

Design-Konzept aus England

Die Vorgabe der auf Ausstellungen und Pop-ups spezialisierten Designer von der Insel war eindeutig: „Paint it black“ - alles in Schwarz, lediglich weiße Vinylaussparungen im Boden als Präsentrationsfläche der Autos. Für die Installation der aufwendigen Ton-, Video- und Lichttechnik kam hinzu: Alles musste versteckt, musste geschwärzt werden, alles sollte „fliegen“. Das war mit einer der Gründe, warum zur Ausleuchtung der Fahrzeuge sehr kleine, aber hocheffiziente Moving-Lights zum Einsatz kamen, mit denen sich problemlos die gewünschten Farbtemperaturwechsel und die Tageslichtsimulation durchführen ließen.

Bei Betreten des denkmalgeschützten Saals läuft man als Gast zunächst auf den zentralen Empfangstresen zu, hinter dem sich ein „Soundtunnel“ öffnet, der zum „Allerheiligsten“, der Confidential Area, führt, doch dazu später mehr. Ausgestattet war der Tunnel mit kleinen Boxen – natürlich in Schwarz – und fliegenden Akku-LED-Röhren, deren Farbe über eine zentrale Steuerung situationsgerecht geändert wurde.

Präsentation des aktuellen Modellprogramms

Rechts und links vom Tunnel öffneten sich Stellflächen für die Fahrzeuge des aktuellen Modellprogramms. An den Außenwänden gaben je drei horizontal gekoppelte 55-Zoll-Bildschirme in brillanter Qualität den dazu passenden Video-Content wider, der ebenfalls zentral gesteuert abgerufen wurde. „Die ausgestellten Fahrzeuge wurden in regelmäßigen Abständen gegen andere Modelle getauscht. Das hatte unter anderem zur Folge, dass wir jedes Mal das Licht anpassen neu anpassen mussten, was aber aufgrund der programmierten Moving-Lights nur einen geringen Aufwand bedeutete. Mehr Einsatz unserer Messebau-Fachleute erforderten die limitierten Platzverhältnisse im Saal: „Sie mussten Trennwände und Säulen teil- beziehungsweise verschiebbar gestalten, um mehr Raum zum Manövrieren der Fahrzeuge zu schaffen“, erläutert Projektleiter Frank Simon von satis&fy die Situation. „Daniel Thoma als Gewerkeleiter der Event-Architektur hat hier mit seiner Crew Großartiges geleistet. Zusätzlich wurde ein Glaser engagiert, der jedes Mal eine große Trennscheibe zum Foyer herausnehmen und wieder neu einsetzen musste.“

Passgenauer Aufbau

Zehn Tage vor MessebeginnAston Martin und Pret-a-Diner als Pop-ups in historischen Frankfurter Gemäuern wurde in der Junghofstraße mit dem Aufbau begonnen. Zuerst wurde ein Traversen-Skelett eingesetzt. Bei der vergleichsweise geringen Raumhöhe von 3,21 Metern keine ganz so einfache Aufgabe: kein Platz für Toleranzen, alles musste genau passen. Dann wurde der Boden mit Spanplatten ausgelegt und darauf schwarzes und weißes Vinyl verklebt. Es folgte Schritt für Schritt der technische Ausbau in der für satis&fy typischen, weil sehr flexibel gestalteten Arbeitsweise. Für die Wände war vom Kunden ein Holzunterbau aus Spanplatten gewünscht worden, der von der Dekoexperten von satis&fy mit Nesselstoff bespannt wurde. Besonders am Herzen lagen dem Kunden die Schmuckdetails an den Wänden, alles sollte „high-class“ sein im „House of Beautiful“. Also wurde die Aston Martin Wort- und Bildmarke im CNC-Verfahren in unterschiedlichen Größen aus gebürstetem Stahl herausgefräst, was auf dem schwarzen Untergrund sehr edel aussah.

Die „Confidential Area“

Highlight war die „Confidential Area“ im Rückraum des Saales, wo es die echten Raritäten von Aston Martin zu sehen gab, darunter ein DB11 Volante. Hier hatten nur besondere Gäste Zutritt, der Zugang erfolgte über den Soundtunnel, wo die erwartungsfreudigen Sportwagen-Fans mit einer PS-gewaltigen Soundkulisse auf das vorbereitet wurden, was sie weiter hinten erwartete: exquisite Automobiltechnik und eine Light- und Soundshow, die – wie alle anderen Licht- und Toneffekte von satis&fy vorprogrammiert – Timecode-gesteuert ablief. Mehr können und dürfen wir dazu nicht sagen, weil „confidential“.

Bei der Übergabe des Projekts an die Vertreter von Aston Martin Europe entsprach alles den vorgegebenen Renderings und Anforderungen: edle Atmosphäre, klein und fein, alles wie von Kunden gewünscht, der sich explizit sehr zufrieden mit der Umsetzung und der Betreuung äußerte.

Alles in allem hatten wir in der knappen Zeit trotz der widrigen Umstände – es war messetechnisch Hochkonjunktur – eine tolle Crew zusammengestellt, die super funktionierte wie ein perfekt abgestimmtes Sportwagen-Aggregat – vor allem mit der Laufruhe eines Zwölfzylinders. Alles ging entspannt vonstatten, was auch positiv von den Ansprechpartnern in Großbritannien wahrgenommen wurde, die sich zudem über unsere fremdsprachliche Kompetenz und vor allem über unsere Professionalität freuten.

Erfreulich anzumerken ist auch der wenige Müll, der bei diesem Projekt anfiel: Die zwei Trailer Equipment wurden zur Weiterverwendung wieder mitgenommen und das, was in Form von verbautem Holz und Nesselstoffen als Abfall übrig blieb – alles recycelbar.

 

Fotos by Anna Imm Photography

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