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Gemeinwohlbilanz gibt Auskunft

Wirtschaft soll dem Menschen dienen – nicht umgekehrt. Logisch, eigentlich. Alle Unternehmen machen denn auch etwas, um zu zeigen, dass sie es verstanden haben. Hier ein Zertifikat, dort ein Social Sponsoring, drüben ein Nachhaltigkeitsbericht. Für satis&fy keine besonders gelungene Lösung. Denn eine hübsche Maßnahme macht noch kein nachhaltiges Unternehmen aus. Im Jahr 2011 wurde Nico Ubenauf auf einen besseren Weg aufmerksam: Die Gemeinwohlbilanz. Sie geht auf die Gemeinwohlbewegung des Österreichers Christian Felber zurück, der einen umfangreichen Prozess für eine Unternehmensbilanz entwickelte. Nicht Umsätze und Gewinn spielen dabei eine Rolle, sondern die Nachhaltigkeit des Unternehmens nach 17 Indikatoren. Das bedeutet: Alle Bereiche, vom verwendeten Toilettenpapier bis zur Work Life Balance, vom Abfallmanagement bis zu Demokratie und Mitspracherecht, werden daraufhin beleuchtet, ob und wo sie noch verbesserungsfähig sind. Ein gewaltiger Brocken Arbeit. Und ein absolutes Novum in der Eventbranche, die ihrer Bestimmung nach nicht unbedingt „öko“ ist. Mit viel Idealismus und Begeisterung machte sich das CSR-Team (steht für Corporate Social Responsibility) von satis&fy an die Arbeit. Doch schnell wurde klar: Das hier ist ein Full Time Job. Das stemmt man nicht mal eben nebenbei. Die Umweltwissenschaftlerin Britta May übernahm fortan das Projekt und durchkämmte den Standort Karben systematisch. Ein dickes Handbuch half ihr, konsequent alle Bereiche zu bearbeiten. In 14 Workshops mit interessierten und erfahrenen Mitarbeitern wurden die zahlreichen Fragen, die der Prozess vorgibt, beackert. Ethische und ökologische Standards, Sinnhaftigkeit und Transparenz – alles kam auf den Tisch. Wo kommt energiesparende Technik zum Einsatz, wo noch nicht? Kann die Logistik noch effizienter und damit CO2-sparender gestaltet werden? Verwenden unsere externen Werkstätten zertifizierte Hölzer wie wir? Gerade das Thema „Beschaffung“ erwies sich als besonders knifflig. „satis&fy bezieht Artikel und Dienstleistungen von 1.500 Unternehmen“, sagt Britta May. „Das muss man dann erst mal sortieren.“ Auch alle Bereiche, die die Arbeit unmittelbar betreffen, wie die Arbeitszeiten und die Arbeitsplatzqualität, wurden intensiv diskutiert. Hier zeigte sich schnell, was die Gemeinwohlbilanz neben der Informationstiefe vom Nachhaltigkeitsbericht unterscheidet. Der interne Prozess, die Selbsterkenntnis und das Miteinanderreden stehen im Vordergrund – nicht die Darstellung nach außen. Am Ende wurden alle Ergebnisse in einem Bericht zusammengefasst – noch mal eine echte Herausforderung, um die sich Britta May und Katrin Fougeray (satis&fy - Marketing & Kommunikation) verdient gemacht haben. Dabei muss sich das Unternehmen selbst einschätzen. Externe Auditoren überprüfen dann das Ganze. Erfreuliches Ergebnis: Die Auditoren beurteilten das Unternehmen fast überall besser, als die selbstkritischen Karbener sich eingeschätzt hätten. Doch nach der Arbeit ist vor der Arbeit. „Wir wissen jetzt, wo wir stehen“, sagt Britta May. „Nun müssen die kurz- und langfristig gesteckten Ziele, die sich aus der Bilanz ergeben, umgesetzt werden.“ Mehr Gemeinwohl geht immer. Für die nächste Bilanz 2016 sollen auf jeden Fall wieder etliche Positiv-Punkte dazukommen.

Hier können Sie die Gemeinwohlbilanz herunterladen.

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