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Laser, Lampen, Lichtgestalt

CUE Design mit satis&fy und David Garrett auf Tournee

David Garrett hat sich im Rahmen seines Tourkonzepts 2016 auch ein neues Bühnenkonzept ausgedacht, um die Musik – im wahrsten Sinne des Wortes – noch mehr ins Zentrum zu rücken. Eine 360-Grad-Bühne, die allen Anforderungen von David Garrett, seiner Band, des Orchesters und natürlich des Publikums gerecht wird. „­Explosiv“, so das Motto der Tour. Die Musik, die Gefühle, die ­Stimmung – sie müssen explodieren!

Für den Lichtdesigner Gunther Hecker (CUE Design) sind dies die typischen, alltäglichen Herausforderungen. Zum Zeitpunkt der ­Auftritte ist die Arbeit im Grunde getan. Das Ganze muss nun „nur“ noch funktionieren. Gut ein Jahr vor der Tournee beginnen die ­Planungsarbeiten und intensive Vorbereitungen. Für die acht von ­satis&fy während dieses Projekts eingesetzten Lichttechniker ­beginnt die Arbeit später. satis&fy-Projektleiter Robert Schwarz und sein Team bestimmen das Material, stellen es zusammen, packen es. Richtig heftig kommt es dann zum Start der Tournee. Die Arbeits­tage dauern von 7 Uhr früh bis nachts um 2 Uhr. Das funktioniert nur im Schichtbetrieb. Drei bis vier Tage Arbeit, ein Tag Pause – über mehrere Wochen. Robert Schwarz: „Während der Tournee bilden sich Automatismen, mit deren Hilfe der Auf- und Abbau möglichst flutscht, die aber auch Sicherheit und Verlässlichkeit garantieren.“ Bereits im Vorfeld der Tournee wird dafür die Grundlage gelegt. Während einer dreitägigen Probe stimmen Robert und die ­satis&fy-Lichtcrew die Feinheiten ab. Auch Gunther Hecker ist ­wieder vor Ort und checkt die Umsetzung seines Konzepts. Drei ­unterschiedlich große, sechseckige, fahrbare Traversenkonstruktionen schweben konzentrisch gruppiert im Bühnenhimmel. Die darin integrierten Lampen samt Pyrotechnik folgen perfekt der vorgegebenen Choreographie. Sie unterwirft sich der Persönlichkeit des Künstlers: Geiger Garrett agiert in der Mitte der Halle auf einem drehbaren Podest – im Zentrum des Interesses. Um ihn dreht sich alles, das Publikum, die Musiker, die Welt. Laser, Lampen und ­Pyroeffekte kreieren plötzlich Lichträume im Raum. Aus dem Nichts entsteht eine eigene Architektur, die den Künstler je nach Bedarf exponiert oder ins Publikum integriert. Ein sechsflächiger Video­zylinder schwebt zentral zwischen Deckenhalle und Künstler. Dort abgespielte Clips spiegeln die Gesichter des virtuosen Musikers, ­Facetten seines Œuvres. Garrets Begabung: Diese gleichzeitig hochkomplizierte, banale, verrückte Welt musikalisch zu übersetzen, scheinbar unvereinbare Stilrichtungen mit Hilfe seines Instruments zu einer Musik zu vereinen, sie jedem verständlich zu machen. Auf seiner Tournee „Explosiv!“ wurde das deutlich wie nie.

Fotos: Anna Imm Photography

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