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Hochfliegende Träume

Die Tradition kommt vom Theater – Menschen, Dinge, Träume fliegen durch den Bühnenhimmel. „Es hat mich von jeher interessiert, wie Bewegungen in Bühnenbildern entstehen bzw. wie sie zu bekommen sind, so wie es im Theater schon immer üblich war.“ Peter Nellen erinnert sich noch genau an seinen ersten Kontakt mit Kinetik vor über 20 Jahren. Er hatte damals in Bonn mit Lightcompany den Beleuchtungsauftrag für das Theaterstück Clockwork Orange. „Wir haben Die Toten Hosen mit Hubpodien aus dem Keller gefahren. Die Beleuchtungstraversen fuhren gleichzeitig aus dem Dach. Am Ende des Gigs verschwanden Band, Traversen und Licht wieder, und das Theaterstück ging weiter.“ Nellen war damals schon klar, dass die Bespielung des freien Raums über den Köpfen der Protagonisten und Gäste einen enormen Zuwachs an gestalterischen Möglichkeiten bringen würde – eine dritte Dimension!

Heute gehört die kinetische Dynamik zu den Hauptbestandteilen im Entertainment-Zirkus und zum täglichen Business von Peter Nellen. „Als Geschäftsführer von Lightcompany habe ich irgendwann Kontakt mit dem kinetischen System CyberHoist bekommen und die Motoren gekauft.“ Er integrierte die vor acht Jahren gegründete Cyberhoist Germany, Gesellschaft für szenische Bewegungen mbH mit Sitz in Neuss, in seine eigene Firma. Seit 2014 gehören die Lightcompany zusammen mit Cyberhoist zum satis&fy Konzern.

In den letzten 20 Jahren hat sich auf diesem Gebiet also einiges getan. Typisch: Auf- und Abbauzeiten haben sich extrem verkürzt. Im modernen Show- und Entertainment-Business sind im Gegensatz zum klassischen Theater langwierige Umbauphasen nicht selten ein K.-o.-Kriterium für Aufträge. Die spektakulärsten Entwürfe sollen rasant umgesetzt werden. Folgeproblem: Die Sicherheit! Denn grenzenlose Kreativität, radikale Flexibilität und höchste Sicherheitsauflagen ergänzen sich naturgemäß nur selten. Trotzdem: Gerade im Bereich von projektspezifischen Sonderanfertigungen gibt es immer wieder spektakuläre Neuinszenierungen. Denn insbesondere auf dem Gebiet der kinetischen Inszenierungen ist vieles noch nicht erprobt. Für die Kollegen von Cyberhoist ist das seit eh und je die tägliche Herausforderung. Auch weil die Firma die Spitze in diesem Spektrum der Veranstaltungstechnik bildet. Peter: „Das funktioniert nur mit einer zielgenauen und kundenorientierten Produktsystematik.“ Und die hat Cyberhoist im Programm. Die beiden Hauptkonzepte heißen CyberHoist und CyberMotion. Sie bestehen aus Komponenten, mit denen Bühne, Beleuchtung, Kameras, Künstler und sonstige Show-Objekte in jeder Dimension und jedem – sicherheitsrelevant – durchführbarem Tempo bewegt werden können. CyberHoist II zum Beispiel, die neue Generation des ersten intelligenten Kettenzugs der Welt, mit um 60% gesteigertem Arbeitszyklus für schnelles Heben schwerer Lasten, arbeitet mit einer Positionierungsgenauigkeit von 0,1mm.

Spektakuläre Beispiele für den Einsatz dergleichen innovativer kinetischer Bühnentechnik waren die Welttournee von Madonna, der Eurovision Songcontest in Baku und Rock in Rio: Dreidimensionale, dynamische Bewegung unterschiedlicher Bühnentraversen und Truss-Elemente oder Spezial-Effekte in Form von Pyrotraversen und Pyrospinnern oder, oder, oder. Und die objektorientierte Programmierung durch die sogenannte InMotion3D- Steuerung gestaltet sich trotz umfangreichster Möglichkeiten einfacher – inklusive automatischer Sicherheitsfunktionen. Ein ganz neuer Maßstab in diesem Bereich ist MotionCue3D. Mit dieser Softwareplattform kann innerhalb weniger Minuten eine Show programmiert werden. Und alle Bewegungen lassen sich mit Lichteffekten und Videocontent koppeln. Um diese schnell wechselnden Produktionsbedingungen zu bedienen, setzt Cyberhoist auf eine flexible, modulare Bauweise. Die Motion-Experten aus Neuss liefern schnelle, objektorientierte und vor allem auch tourneetaugliche Lösungen. Einfache Programmierungen, kompakte Geräte, All-in-One-Bauweise. So kann jeder Kunde auch hochfliegende Träume auf die Füße stellen!

Photo: Ralph Larmann

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