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Interview –
satis&fy, LLC eröffnet Standort in New York

Interview mit Nancy Schacht, Standortleiterin satis&fy, LLC New York

Als satis&fy 2012 eine Niederlassung in Portland gründete, war dies angesichts der intensiven Zusammenarbeit mit dem dort heimischen Sportartikelhersteller Nike auf dem amerikanischen Kontinent wenig überraschend. Nur kurze Zeit später kommt nun mit der Ostküstenmetropole New York ein weiteres satis&fy Standbein in den USA hinzu. Da fragt man sich doch: Was haben die vor? Steht die Eroberung des gesamten amerikanischen Markts unmittelbar bevor? Oder ist dies auch „nur“ eine logische Konsequenz der internationalen Ausrichtung des Event-Dienstleisters? TC hatte Gelegenheit, mit Nancy Schacht zu sprechen, Managing Director des satis&fy, LLC Standortes New York City.

Nancy, erst West-, dann Ostküste – schon eingelebt in New York? 
Nancy: Nach anderthalb Jahren Kleinstadt-Atmo in Portland ist es einfach toll, zurück im Großstadt-Dschungel zu sein. Portland war super schön, die Stadt hat unheimlich viel zu bieten, die Menschen sind überaus freundlich, die Natur ist atemberaubend. Allerdings fand ich New York schon immer sehr anziehend. Immer wenn ich hier zu tun hatte, habe ich mich gleich heimisch gefühlt. New York ist einfach aufregend, lebendig. 

Warum ein Standort in NYC? 
Nancy: Ähnlich wie in Portland reden wir hier nicht nur von Projekten vor Ort, sondern von einer ganz neuen Serviceperspektive für die gesamte Küstenregion. Da fallen mir sofort Städte wie Chicago, Boston, Miami, Orlando, ja sogar Toronto ein. Alle Projekte in dieser Region haben wir bisher von der Westküste aus betreut. Jetzt bringen wir zusätzlich zu unserem Leistungsspektrum logistische Vorteile mit ins Spiel, vor allem was Timing und Trucking angeht. Außerdem ist New York Stadt der Events und Modemetropole. Mit dem neuen Standort sind wir am Puls des Geschehens. New York als Innovationszentrum, als Treffpunkt von Kunden und deren Kunden und von Branchenkontakten, möglicherweise auch als Talentschmiede – all das sind wichtige Aspekte für uns. 

Warum ausgerechnet Brooklyn? 
Nancy: Bei der Suche nach geeigneten Mietflächen haben wir uns schnell auf Brooklyn konzentriert. Hier gibt es noch ausreichend Platz und gute Anbindungen sowohl zu Kunden als auch zu den Event-Locations in Manhattan. Brooklyn ist ein aufstrebender Stadtteil, was das soziale Leben und Networking angeht. Unsere Mitarbeiter können in der „Nähe“ des Büros wohnen – das heißt nach hiesigen Vorstellungen, man braucht nur 30 bis 40 Minuten zur Arbeit. Kurz: Brooklyn ist aus unserer Sicht langfristig nachhaltig mit Blick auf alle Einflussfaktoren: Kunden, Lieferanten, Mitarbeiter. Unser Gebäude mit dem schönen Namen „Whale Square“ ist noch so gut wie leer. Es hat sechs Stockwerke mit Loading-Docks und Lagern auf der 0/1-Ebene und Büros darüber. 

Muss man nicht Angst haben, dass einem das Material aus dem Lager geklaut wird? 
Wir sind im Jahr 2015 und nicht mehr in den 80ern (grins). Sehr zur Verblüffung Vieler sind brennende Autoreifen und öffentlich praktizierte Kriminalität nicht mehr an der Tagesordnung. Sunset Park – wo sich unser Büro befindet – ist eine der beliebtesten Gegenden. Das angrenzende Viertel Park Slope wird sogar als „the place to live“ gehandelt. Und es gibt einfach noch genug Platz. Das wird innerhalb der nächsten fünf Jahre sicher anders werden. Wir kommen also zur richtigen Zeit.

War NYC „nur ein Wunschstandort“? Oder gab es echte Gründe? 
Nancy: Zum einen ist da das bereits existierende Business: Etwa 50% des amerikanischen Umsatzes wurden im Geschäftsjahr 2014 in New York erwirtschaftet. Ein gutes Beispiel hierfür ist unser Großkunde aus Portland, dessen Events in der Mehrzahl in New York stattfinden. Zum anderen gibt es viele Kontakte zu Kunden der anderen satis&fy Standorte. Wir möchten unserem Serviceversprechen „One-Stop- Solution“ noch besser nachkommen und den Kunden lokal zur Verfügung stehen.

Jetzt mal zum Tagesgeschäft: Habt ihr eigenes Material vor Ort oder arbeitet ihr mit anderen Firmen zusammen? 
Nancy: Ausgehend von unseren Erfahrungen planen wir für dieses Jahr bereits mit einem kleinen Materialpool, vor allem Licht, kleine Tonanlagen und Monitore sind gefragt. Bisherige Umsetzungen verlangten manchmal nach fast musealen Licht-Sonderlösungen. Wir haben hier Großkunden mit kleineren Jobs, und wir haben das normale satis&fy Tagesgeschäft wie Messestände und Konferenzen, vor allem für kleinere Unternehmen. Pop-up-Stores, Einzelhandel usw. brauchen keine große Eventtechnik, sondern eher Spezialanfertigungen und kleine technische Lösungen, wie man sie in der Unterhaltungselektronik findet. Das war auch der Grund, warum wir von Anfang an auf eine eigene Schreinerei gesetzt haben: Fast alles ist immer sehr fein und speziell, also Deko-Sonderbaulösung. So war’s jedenfalls bisher. Natürlich arbeiten wir auch in New York mit unseren AV-Alliance Partnern zusammen, schaffen so in kürzester Zeit die besten Lösungen und können auf diesem Weg die besten Marktpreise garantieren.

Wie viele Leute seid ihr im Moment? Wo kommen die her? 
Nancy: Wir starten hier zu viert, überraschenderweise alle aus Portland – ein superjunges Team, deutsch-amerikanisch gemischt, energetisch, mit Liebe zum Detail, professionell und ehrgeizig, gespannt auf alles, was kommt. Und alle smart genug, sich im Großstadtdschungel zurechtzufinden. Außerdem sind wir eng mit dem Team in Portland vernetzt und verschieben Ressourcen und Know-how nach Bedarf. satis&fy, LLC– also PDX und NYC – versteht sich vor allem auf der Projektleiter- bzw. der technischen Leitungsebene als Gesamtteam. Wir sind sehr stark horizontal vernetzt. 

Wie sehen die Entwicklungschancen – auch für Mitarbeiter – aus? 
Nancy: Als Startup schauen wir, dass wir uns an den New Yorker Markt anpassen – immer mit Blick auf unsere Wurzeln und unser Markenversprechen. Da sind wir natürlich am Anfang auf Hilfe und Input alter satis&fy Hasen angewiesen. Auf der anderen Seite brauchen wir neue Impulse und kulturelles Know-how, um auf dem amerikanischen Markt immer besser zu werden. Projektbezogener Mitarbeiteraustausch kommt da übrigens sehr gelegen: Der erste Azubi-Swop mit Werne findet im Mai statt. Und das filialübergreifende Nike Team hat bereits im Februar ausgeholfen. Gleiches passiert, wie bereits erwähnt, tagtäglich zwischen den Filialen Portland und New York. Wir setzen hier auf die in Portland gewonnenen Erfahrungen, das Know-how, die Strukturen. Video- und Telefonkonferenzen sind an der Tagesordnung. Das Team bekommt Einblick in viele Facetten des Unternehmens, kann mitgestalten und das Unternehmen weiter voranbringen. Starke Entwicklungschancen sehe ich persönlich bei Sprache und Kultur. Mitarbeiter, die länger hier waren – und da kann ich auch für Portland sprechen –, sind sich einig, dass sie unheimlich viel mitnehmen und die Büroarbeit „overseas“ den Horizont erweitert. Zum einen kulturell, zum anderen in Form persönlicher Fortschritte in der englischen Sprache. 

Wie laufen die Projekte? Brennt die Hütte schon? 
Nancy: Wir sind schon seit Anfang Januar voll ausgelastet, zum Beispiel mit dem NBA All-Star Weekend im Februar – hier hatten wir diverse Projektausführungen für Nike und Jordan Brand. Der nächste Peak kommt mit den Jordan Brand Classics im April.

Wie geht’s weiter? Wie soll sich der Standort mittelfristig entwickeln? 
Nancy: Wir sehen hier in New York das gleiche Potential wie in Portland und arbeiten strategisch auf den gleichen Erfolg hin. Lager- und Büroflächen sind bereits für dieses Wachstum ausgelegt. 

TC: Als du bei satis&fy anfingst, hättest du dir da träumen lassen, einmal in NYC zu landen? 
Nancy: Ich bin seit viereinhalb Jahren bei satis&fy. Angefangen habe ich in Berlin, dann Tournee durch alle Filialen. Das Konzept One-Stop-Solution habe ich auch privat gelebt. Bei meinem Umzug nach Portland hatte ich mich auf mindestens fünf Jahre eingestellt, doch wie immer bei satis&fy ändert sich alles und schneller, als man denkt. Meine Sachen für NYC waren dann auch schnell gepackt. Die Chance New York hat für mich weniger mit Träumerei zu tun. Ich denke, es ist viel mehr das Ergebnis harter Arbeit in einem großartigen Team, welches den Schritt ermöglicht hat. Ich war schon immer sehr zielstrebig und sehe in New York eine großartige Plattform, meine Ideen und meine Energie in den Konzern satis&fy einzubringen. Ich freue mich über die neue Herausforderung und sage: „challenge accepted“. 

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