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Mit ganzem Herzen am Start

Laura knurrt der Magen. Bei einem Speed-Dating ist sowas eigentlich hinderlich. Zum Glück sucht Laura gar keinen Mann. Im Gegenteil, sie hat sogar einen mitgebracht, Volker sitzt neben ihr. Der Gleichklang der beiden ist spürbar – auch sein Magen knurrt. Der Grund dafür sind ihre Dating-Partner. Seit Stunden reden die beiden in zehnminütigen Intervallen mit potentiellen Bewerbern für einen Ausbildungsplatz bei satis&fy. Die IHK Dortmund hat sich dieses ungewöhnliche Format einfallen lassen: Beim Bewerbungs-Speed­dating treffen Bewerber und Unternehmen im Blitz-Talk aufeinander. Das Interesse für satis&fy ist so groß, dass keine Pause drin ist – Laura und Volker, die aus Werne nach Dortmund gekommen sind, quatschen mal eben durch. Das Sandwich muss warten. 

Auch bei anderen Gelegenheiten sucht satis&fy unermüdlich das Gespräch mit möglichen Bewerbern. Job-Messen wie „Einstieg“ in Dortmund, „Chance 2016“ in Gießen oder die Azubi- und Studientage in Frankfurt/Main bieten die beste Gelegenheit dazu. Das heißt nicht, dass die Abgesandten der drei deutschen Ausbildungsstandorte Berlin, Karben und Werne immer mit einem dicken Stapel Bewerbungen ins Büro zurückkehren. Die Suche nach den Richtigen ist eine Herausforderung. „Bei den Messen sind die Leute oft unter 18 Jahre“, sagt Volker. „Deshalb sind diese Gespräche eher perspektivisch.“ Außerdem sei nicht jeder, der mit leuchtenden Augen auf satis&fy zugeht, gut informiert. Was etwa ein „Gestalter für visuelles Marketing“ wirklich zu tun hat, liegt für viele im Dunkeln. 

Hinzu kommt, dass die berühmte Generation Y sich ungern festlegen mag. Eine Erfahrung, die auch Christine, die in Karben mit dem Azubi-Recruiting betraut ist, bestätigt: „Menschen, die sich mit ganzem Herzen auf die Sache einlassen wollen, trifft man nicht so oft.“ Dabei ist das Ziel des Unternehmens klar: Wer kommt, soll bleiben. Er soll den satis&fy-Spirit von Anfang an aufnehmen, um in diesem Geist über viele Jahre, vielleicht Jahrzehnte, im Unternehmen zu agieren. Bis jetzt klappt das auch prima: 99% der Auszubildenden bleiben satis&fy treu. Aber wie müssen Bewerber denn nun aussehen, um beim Job-Casting abzuräumen? Sie sollten Lust haben, sich ganz einzubringen – wach und offen. Sie müssen über alle Gewerke hinweg und in Lösungen denken. Sie können dabei ruhig ein bisschen verrückt sein. Aber sie müssen Eigenverantwortung tragen. Gerade das schreckt manche Bewerber ab, wie Christian, derzeit selbst Azubi in Berlin, weiß: „Das muss man einfach wollen“, sagt er und macht damit klar: Er wollte. 44 Menschen wie er sind im Augenblick bei satis&fy in Deutschland in der Ausbildung, ab September kommen noch einmal 18 dazu. „Richtig tolle Leute“, wie Patrick sagt, der einmal selbst bei satis&fy als Azubi angefangen hat und heute wie Christine den Nachwuchs in Karben betreut.

Um die Richtigen zu finden, verlassen sich die Azubi-Spürnasen im Unternehmen natürlich nicht nur auf Messen. Das Herzstück des Bewerbungsverfahrens sind seit einigen Jahren die Recruiting-Tage. Hier lernen sich die Bewerber mit ihren Vorstellungen und Qualifikationen und das Unternehmen mit all seinen Facetten intensiv gegenseitig kennen. Pro Ausbildungsberuf werden sechs bis acht sorgfältig ausgesuchte Bewerber an jeweils einem Tag eingeladen. satis&fy informiert so ausführlich wie möglich über das Unternehmen und die Ausbildung. Es folgen ein Test, der noch einmal die Basis-Qualifikation abklopfen soll, und Einzelgespräche. Am Ende bleiben von etwa 250 deutschlandweiten Bewerbungen zum Beispiel für die Ausbildung Veranstaltungs-Kaufmann/frau höchstens sechs übrig, die das Rennen machen. Mittlerweile sind die Standorte immer mehr miteinander vernetzt, sodass man die Besten im ganzen Land finden kann. „Wir fragen auch schon mal, ob sich der Bewerber vorstellen kann, statt in Karben beispielsweise in Berlin anzufangen“, sagt Christine. Oder auch in Werne. Das wäre zumindest ganz im Sinn von Laura und Volker. Dann könnten sie im Recruiting-Marathon auch mal beruhigt eine Sandwich-Pause einlegen.

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