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Mode mit Abitur

Hightech und Mode sind ganz verschiedene Dinge. Und eine Fashion Show ist nicht unbedingt der natürliche Lebensraum von Tüftlern und Erfindern. Doch beim Fashion Fusion Award ist alles anders. Im August launchte die Deutsche Telekom gemeinsam mit einigen Kooperationspartnern einen weltweiten Wettbewerb, um der Zukunft auf der Spur zu bleiben. Die Zukunft, das ist laut vielen Experten die Integration von Technik in alle Aspekte des täglichen Lebens – auch der Bekleidung.

Folgerichtig geht es bei „Fashion Fusion by Deutsche Telekom“ um neue, kreative Ideen, die Hightech und Mode miteinander verschmelzen lassen. Zwölf ausgewählte Teams bekamen drei Monate lang die Möglichkeit, ihre Ideen umzusetzen. Während der großen Award Show anlässlich der Fashion Week Herbst/Winter in Berlin wurden die besten von ihnen prämiert. Wir durften im Auftrag der Agentur Commandante Berlin GmbH den technischen Rahmen aus Licht, Ton und Video für die Show liefern. Ein kurzfristiger Auftrag, den wir sehr gern angenommen haben. Mit kreativen Technik-Ideen kennen wir uns schließlich aus und so fühlten wir uns mit dem Thema überaus wohl. Allerdings war gleich zu Beginn eher die Kreativität als die Technik gefragt, denn die historischen Sophiensäle, in denen das Event stattfand, sind nicht eben leicht zu beliefern. Alte und schmale Backsteintorbögen verhindern eine Anfahrt – ohne Teile der Sophienstraße sperren zu lassen, war die Anlieferung nicht möglich. Großes Hallo in Berlin Mitte. Doch bis zu zehn Helfer wuchteten alles Nötige flugs über das Kopfsteinpflaster und sorgten schnell wieder für freie Fahrt. Im Gebäude war dann alles kein Thema mehr.

Ein klassischer Setbau mit Catwalk überließ den Fashion-Kreationen im wahrsten Sinne des Wortes ganz die Bühne, magentafarbenes Licht aus Scheinwerfern und der beleuchteten Bühne schlug den Bogen zum Award-Logo und Initiator des Preises. Vor circa 250 geladenen Zuschauern und der Presse konnten sich die Teilnehmer perfekt präsentieren und Mode zeigen, die dem Begriff Smart Clothes alle Ehre machte. Allen voran der erste Preis, der virtuelle Personal Trainer „Trainwear“ von Gernot Bahle, Bo Zhou und Lorenzo Fürg. Dahinter verbirgt sich Trainingskleidung, die erkennt, ob man Fitnessübungen richtig ausführt und die Anleitung und ein Feedback gibt. Wir sind uns nicht sicher, ob diese Mode auch für das effizientere Tragen von Kabel und Scheinwerfern über Kopfsteinpflaster geeignet wäre, aber die Idee ist wirklich intelligent. Der zweite Preis („Mimeme“ von Tank Thunderbird) macht das wahre Design der Mode erst mit Hilfe von Augmented Reality sichtbar – eine Technik, die häufig eher spielerisch eingesetzt wird, aber großes Nutzen-Potential hat. Beim dritten Preis von TranSwarm Entities lag der Stellenwert eher auf der ausgefallenen Couture als auf dem technischen Mehrwert, sodass sich Techniknerds wie Fashionfreaks nach der Show gleichermaßen glücklich in das Berliner Nachtleben stürzen konnten. Und wir machten uns wieder auf den Rückweg. Die Technik zwar nicht in der Kleidung, aber dennoch direkt am Körper durch den Torbogen tragend.

Fotos: Bela Mulzer

 

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