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Wie klingt eigentlich das Leben?

Als Eventdienstleister sind wir gewohnt, das Leben zu polieren. Wir sind für die glanzvollen Seiten zuständig – wir inszenieren, verschönern, rücken ins beste Licht. Doch manchmal scheint das nicht die wichtigste Aufgabe zu sein. Manchmal geht es vor allem darum, eine Sache in jeder Hinsicht mit Power auszustatten, ihr eine Bühne zu geben. Als wir 2011 gefragt wurden, ob wir ein Festival zugunsten des Vereins „Hilfe für krebskranke Kinder e.V.“ unterstützen würden, waren wir deshalb schnell dabei. Eine erstaunliche Menge Power war bereits vorhanden: Die Jugendgruppe des Vereins wollte das Ding mit viel Begeisterung auf die Beine stellen, angeführt von der damals 19-jährigen Janna Rupprecht, die sich als ehemalige Betroffene engagierte. satis&fy schickte seine Auszubildenden nach vorn und supportete die Youngsters im Hintergrund. So begann eine wunderbare Erfolgsgeschichte. Von nun an fand das Festival, initiiert, um das Leben zu  feiern, dank vereinter Kräfte jedes Jahr statt. 

Die Location: Die Rennbahn in Frankfurt-Niederrad. Der Charakter: Ein großes Fest für an Krebs erkrankte Kinder und ihre Familien, für alle diejenigen, die der Krankheit die lange Nase gezeigt hatten, aber auch für Freunde und Angehörige derer, die den Kampf verloren haben. Mit einem Familiennachmittag mit Hüpfburg und reichlich Gelegenheit zu chillen, zu quasseln oder sich wortlos in den Armen zu liegen und einem krachenden Konzert zum Abtanzen und Feiern. Genau so kam es auch in diesem Jahr. Ein paar Besonderheiten gab es dann aber doch: Zum ersten Mal steppte der Bär gleich auf zwei Bühnen; und es erfüllte sich ein Traum der Festival-Initiatorin Janna: Echo-Preisträger Jupiter Jones traten als Headliner auf. Doch weder den Auftritt der Band noch den Rekord von über 2.000 Besuchern erlebte Janna mit. Als am Nachmittag traditionell den Verstorbenen mit einer weißen Taube gedacht wurde, flog auch für Janna Rupprecht ein Vogel in den Himmel. Ihre Krankheit war zurückgekehrt. Sie war drei Wochen nach dem Sound of Life 2014 gestorben. Das gesamte Organisationsteam hatte sich große Mühe geben müssen, ihre Lücke zu füllen. Mit dabei als satis&fy Projektleiter war Jannas Lebensgefährte Patrick Link. Dass das schwierige Unterfangen geglückt ist, darin sind sich alle einig, die an diesem Tag auch unbeschwerte Leichtigkeit genossen haben.

Und dennoch wird es im kommenden Jahr kein Sound of Life geben. Wie bei allen Erfolgsgeschichten ist irgendwann eine Standortbestimmung fällig. Noch größer und damit zwangsläufig anders werden? Oder erkennen, dass die Zeit für etwas Neues gekommen ist? Die veränderten Bedingungen seitens der Rennbahn, die einer Jugendakademie des Deutschen Fußball-Bundes weichen soll, spielen dabei kaum eine Rolle. 

Eine schlechte Nachricht ist das Innehalten aber auf keinen Fall. Die Zukunft der Zusammenarbeit von satis&fy mit dem Verein Hilfe für krebskranke Kinder e.V. ist so oder so keine ungewisse. Nicht nur, dass wir weiterhin für alle größeren Feiern mit Licht, Sound und allem Drumherum in Frankfurt anrollen, auch andere Events sind geplant. Und selbst wenn keines von ihnen noch einmal Sound of Life heißen sollte: Bei der Hilfe für krebskranke Kinder e.V. kann man immer wieder erfahren, wie vielfältig das Leben klingt.

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