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Joe Cocker Europa-Tournee 2013

Joe Cocker Europa-Tournee 2013

Kennen Sie Woodstock? Erinnern Sie sich gar? Er war einer der Headliner bei dem monumentalen Festival 1969 und begeisterte 500.000 Menschen mit seinem legendären Auftritt: Joe Cocker. 2013 tourt er durch Europas Hallen. Mit dabei drei satis&fyler, die der Röhre des Rock-Veteranen ordentlich Gehör verschaffen. 

Datum 06.04.2013
Services Audio
Live Entertainment

Eine Woche Proben und 32 Termine in nur 60 Tagen - trotzdem ist Arnd Wagner tiefenentspannt. „Wir haben in Nizza geübt“, sagt er und grinst. „Drei-Sterne-Wetter und Drei-Sterne-Catering inklusive.“ Hier war auch Auftakt der „Fire It Up“-Tour, Finale dann am 28. Mai in Warschau. Dazwischen liegen viele Kilometer und Auf- und Abbauten, weshalb das s&f-Equipment kompakt in Cases verpackt, vormontiert und vorverkabelt ist. Eigentlich fehlen nur die externen Anschlüsse.

Arnd ist als Systemingenieur für die Beschallung der Hallen zuständig, und jede hat ihren eigenen Reiz. Zum Beispiel Acrylglas-Balustraden an den hinteren Rängen. Die Lösung, die zuvor daheim bei satis&fy anhand von 3D-Modellierungen der Venues entstand: die Abstrahlwinkel der Frontline-Arrays absenken und hinten Delay-Lines unterhalb der abrollfähigen Rundum-Vorhänge fliegen. Simuliert, getan. Bei Woodstock hätte man so etwas sicher auch gerne gehabt. Die Delay-Technik - verzögerte Klangwiedergabe an den hinteren Lautsprechersystemen, damit es keine Überlagerungen mit der Frontline gibt - war damals noch nicht erfunden. Entsprechend das Sounderlebnis ganz hinten am Zaun.

Bei Cocker werden die Töne analog mit Mikrofonen, Pickups usw. erfasst und analog über die PA wiedergegeben. Alles dazwischen wird digital gefahren, eine Besonderheit, die vorab minutiös geplant und technisch umgesetzt wurde, unter anderem mit 96-KHz-Glasfasernetz und Dante-Übertragungsprotokoll. 

Das Auf- und Abbaupersonal macht einen rundum relaxten und gut gelaunten Eindruck. Wenngleich unterschiedlichen Crews zugehörig, kennen sich die meisten seit Jahren, weil sie immer wieder gerne die Cocker-Tour buchen. Die Nationalitäten sind bunt gestreut: Engländer, Amerikaner, Kanadier, Iren, Franzosen, Tschechen, Deutsche. Systematisch wird teamübergreifend ausgeholfen, weil’s dann einfach reibungsloser geht. Und schneller. Für „bitte“ und „thank you“ ist trotzdem immer Zeit.

Herr im Front-of-House am Pult in der Mitte der Halle ist seit 2005 der Amerikaner Bruce Jones. Er kann sich nicht erinnern, nach der High-School jemals etwas anderes gemacht zu haben, als Sound zu mixen, und blickt auf zehn Jahre Santana, elf Jahre Counting Crows und mehrere R.E.M.-Gigs zurück. Vom deutschen Publikum weiß er, wie anspruchsvoll es ist. Da kriegt man immer gleich Feedback. „And that’s good“, sagt er. Auch er weiß die Atmosphäre im Team zu schätzen. Die Tour sei „very popular among road people, we laugh a lot“.

Arnd und seine Jungs sind zum dritten Mal dabei. Die habe man explizit über Mad Dog Touring, Inc. angefordert, erzählt Bruce, wegen des „brilliant job“, den sie machen. Am Monitor-Pult direkt an der Bühne sitzt Stefan Hüser, zugleich für die Bühnentechnik zuständig.

Auf der Bühne sieht man allerdings nur zwei „normale“ Monitore, die meisten Künstler und Musiker bevorzugen heute In-Ears, Kopfhörer im Ohr. Nicht so Cocker. Er hält es lieber wie damals in Woodstock und will zudem nicht zu viel Bass auf der Bühne hören. Auch Stefan berichtet von Besonderheiten: „Die Cocker-Crew lässt uns und auch die diversen Vorgruppen die Pulte und das Equipment mitbenutzen. Das ist ebenso außergewöhnlich wie praktisch.“ Damit es nicht zu einfach wird, muss die Backline - der Teil des Verstärkersystems, der von den Musikern direkt auf der Bühne eingesetzt wird - doppelt ausgelegt werden: 110 und 230 Volt.

Stefan Schneider schwebt als PA-verantwortlicher System-Techniker von satis&fy über den Dingen. Er arbeitet mit dem Master-Rigger und den lokalen Riggern zusammen, damit die zum Teil tonnenschweren Arrays den Beschallungsanforderungen wie Ausrichtung und Winkel entsprechen und in luftigen Höhen sicher ihren Job tun.

Keine drei Stunden nach Aufbaubeginn ist mit Unterstützung der „local hands“ der Drops auch schon gelutscht. Alles steht, hängt, liegt, funktioniert, wie es soll. Auch die Teppiche auf der Bühne sind ausgerollt. Der Meister, Anfang des Jahres mit der Goldenen Kamera für sein Lebenswerk ausgezeichnet, kann kommen. Fire it up, Joe!

Photos: Ralph Larmann

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